Wie mache ich eine Tischordnung?

Wer liebt es Tischordnungen zu machen? Keiner? Ich auch nicht. Nun, es ist ja auch ziemlich mühsam. Ich dachte, ich erzähle mal, wie ich es mache.

Tischordnungen sind, meiner Meinung nach, selbst für recht kleine und vertraute Kreise nötig. Natürlich nicht für die direkte Familie beim informellen Frühstück, aber bei einem festlichen Essen schon. Tischordnungen geben den Gästen Sicherheit. Keiner muss vor dem Setzen noch umständlich einen Tischpartner finden, keiner bleibt ohne Partner stehen und muss sich auf den letzten freien Platz setzen. Es passiert auch nicht, dass Männer und Frauen sich an unterschiedlichen Enden des Tisches setzen. Eine Tischordnung sorgt für eine gute Durchmischung der Gäste und für einen reibungslosen Ablauf des Festes.

Vorbereitungen für die Tischordnung

Es gibt Computerprogramme, die die Tischordnung für einen machen. Ich bin aber eine Befürworterin der „klassischen“ Methode: Stift und Papier. Nur so kann man die Gäste hin und her schieben, bis man eine gute Lösung gefunden hat. Wie will denn ein Program wissen, ob zwei Gäste wirklich zu einander passen?

Dazu sollte man idealerweise auf einem DIN-A3 (oder noch größeres) Blatt (klebe einfach 2 normale DIN-A4 Seiten zusammen) die Tische und Stühle einzeichnen, die zur Verfügung stehen. Ganz ideal ist es, wenn die Tische auf der Zeichnung so stehen, wie im Raum auch.

Schreibe dann eine Liste der Gäste auf, die zugesagt haben. Zerschneide die Liste, so dass der Name von jedem Gast auf einem eigenen Papierschnipsel steht.

Tischordnung

Eine knifflige Aufgabe: Meine Familie beim Tischordnung machen.

Grundlegende Fragen beantworten

Nun kann man mit der Planung beginnen! Erstmals sollten einige Fragen geklärt werden. Gibt es einen Kindertisch? Gibt es Singletische und Tische für Paare? Sollen Paare nebeneinander oder getrennt sitzen? Sollen Gäste unterschiedlichen Alters getrennt sitzen, oder soll die Runde gut durchmischt sein? Will man Gruppen wie „Kollegen“, „Schulfreunde“, „Nachbarn“ bilden? Gibt es Menschen dire auf keinen bzw. jeden Fall nebeneinander sitzen sollen?

Ich würde zu den Fragen oben raten…

  • Auf jeden Fall ein Kindertisch für Kinder unter ca. 12 Jahre (und ältere Kinder, falls sie noch da sitzen wollen). Säuglinge und kleine Kleinkinder aber zu den Eltern setzen bzw. vorher fragen.
  • Ruhig einen Tisch für Singles machen. Die freuen sich, wenn sie von Paaren nicht die Töpfchengeschichten ihrer Kinder anhören müssen und lernen eventuell sogar jemanden kennen.
  • Ich würde allerdings nicht Paare zusammen setzen. Es erleichtert Dir die Planung der Tischordnung, ist für die Gäste aber ziemlich langweilig. Man sieht seinen Partner jeden Tag und geht nach dem Fest mit ihm/ihr nach Hause. Da kann man während des Festes sich ja mit anderen Menschen unterhalten. Sonst verbringt man als Gast auf einer Hochzeit den Abend noch damit, zu klären, wer nächste Woche den Rasen mäht!
  • Wenn es ein sehr vertrauter Kreis ist wo jeder jeden kennt, bspw. eine Familie, finde ich eine Altersdurchmischung sehr schön. Dort gibt es viele gemeinsame Themen die besprochen werden könnten. Bei einer Feier wo sich nicht alle kennen, würde ich doch raten zumindest ein bisschen nach Alter zu gruppieren. Die 80-Jährigen müssen nicht alleine in der Ecke sitzen, weil keine anderen älteren Menschen da sind, aber man muss sie auch nicht unbedingt neben ihnen unbekannten 20-Jährigen setzen.
  • Ich würde keine Gruppen bilden. Man kann anhand des Charakters eines Menschen einzeln entscheiden, neben wem er sitzen soll. Die alten Schulfreunde kennen sich alle schon und freuen sich auch, wenn sie Deine anderen Freunde kennenlernen können.
  • Wenn es klar ist, dass 2 Menschen auf keinen/jeden Fall nebeneinander sitzen sollen, dann hat man ja schon einen Anhaltspunkt und kann mit der Tischordnung beginnen!

Jetzt kannst Du anfangen!

Fange mit den Menschen an, die leicht zu platzieren sind. Achte darauf, dass die Gäste die nebeneinander sitzen ähnliche Interessen haben und sich gut unterhalten könnten. Irgendwann sind die Mehrheit der Gäste „gesetzt“ und man weiß mit den übrig gebliebenen Gästen nicht mehr weiter. Nun muss man rumpuzzeln, hier und da die Tischordnung ändern, und Kompromisse eingehen. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass es keine perfekte Tischordnung gibt. Eine Tischordnung ist ein Erfolg, wenn die Mehrheit der Gäste gut platziert sind – es sind nie alle zufrieden.

Noch ein kleiner Tipp: es gibt Menschen, die sich mit einem Laternenpfahl gut unterhalten könnten. Diese Menschen nenne ich Joker, weil man sie neben jedem noch so schwierigen Menschen setzen kann. Hebe die Joker-Gäste für den Schluss auf. Achte aber darauf, dass Deine Joker zusätzlich unkomplizierte Tischnachbarn haben.

Eine kleine Warnung

Nun habe ich lange darüber geredet, wie man eine Tischordnung machen soll. Dauert das denn nicht ewig? Ja, es kann lange dauern, wenn man eine gute Tischordnung machen will. Es ist aber viel besser als ein ziemlich katastrophales Fest zu haben, wo alle so schnell wie möglich nach Hause gehen, weil man sich nicht die Mühe gemacht hat.

Unsere Hochzeit war das erste große Fest, die mein Mann und ich je geplant hatten. Da ich keine Erfahrung mit Tischordnungen hatte, stand sie bei uns ganz unten auf der To-Do-Liste. Zwei Abende vor der Hochzeit haben wir uns mit einer Freundin ins Cafe gesetzt und auf einem DiN-A4 Blatt die Tischordnung gemacht. Wir hatten 120 Gäste und ca. 1 Stunde Zeit. Es wird Dich kaum wundern, dass sie wirklich hektisch zusammengebastelt war. Das Blatt war so klein, dass wir beim Aufbauen am nächsten Tag unsere eigene Schrift nicht mehr lesen konnten und so für viele Gäste noch mal einen spontanen Platz finden mussten. Das war nicht sehr cool. Wir hatten trotzdem eine schöne Hochzeit, aber eine liebevoll gestaltete Tischordnung hätte den Abend noch viel schöner gemacht. Mache unseren Fehler nicht!!!

 

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